Keine doppelten Standards bei Pestiziden mehr!

04.12.22
WirtschaftWirtschaft, Umwelt, TopNews 

 

Von Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG)

Breites Bündnis fordert die EU zum Handeln auf

Über 300 Initiativen aus Europa, Afrika, Asien, Nord- und Südamerika fordern die Europäische Union heute auf, es nicht länger zu dulden, dass BAYER & Co. innerhalb der EU nicht zugelassene Pestizide und andere Stoffe in Drittländer exportieren. Besonders für den Globalen Süden stellt diese Praxis der doppelten Standards nach Ansicht der Organisationen eine große Bedrohung dar. „In diesen Staaten können die gefährlichen, in der EU verbotenen Pestizide nicht sicher verwendet werden, was verheerende Auswirkungen sowohl auf die menschliche Gesundheit als auch auf die Umwelt hat“, heißt es in dem gemeinsamen Statement. Neben dem Syngenta-Ackergift Paraquat nennen die Gruppen, zu denen auch die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) gehört, als Beispiel das BAYER-Produkt Acetochlor, das die EU unter anderem wegen seines Gefährdungspotenzials für Chromosomen aus dem Verkehr gezogen hat. Allein im Jahr 2020 erreichte die Ausfuhr solcher Substanzen nach Angaben der „Europäischen Chemikalien-Agentur“ (ECHA) ein Volumen von 667.000 Tonnen.

Dabei reicht dem NGO-Bündnis ein schlichter Export-Stopp für Acetochlor & Co. nicht. Es fordert Brüssel auf, auch die Produktion zu untersagen, um zu verhindern, dass die Agro-Riesen ihre Fertigung aus den EU-Mitgliedsländern abziehen und anderswohin verlegen.

„Jedes Jahr kommt es zu 385 Millionen akuten Pestizid-Vergiftungen. Es besteht also dringender Handlungsbedarf. Trotzdem hat die EU das Thema „Export-Stopp“ aus ihrem Arbeitsprogramm für das Jahr 2023 genommen. Das ist völlig unverständlich. Die Ukraine-Krieg darf nicht als Vorwand dafür dienen, den Schutz von Mensch, Tier und Umwelt vor den Risiken und Nebenwirkungen der industriellen Landwirtschaft zurückzufahren“, so CBG-Geschäftsführer Marius Stelzmann.

Parallel zur Veröffentlichung das Statements veranstalten die Initiativen in Brüssel eine Konferenz, auf der Gäste aus Brasilien und anderen Staaten des Globalen Südens in Präsenz oder online noch einmal anschaulich vor Augen führen, welche gravierenden Folgen der Einsatz hierzulande verbotener Mittel vor Ort hat.







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