Neuerscheinungen Sachbuch

04.12.22
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Buchtipps von Michael Lausberg

Buch 1

Philip Mansel: König der Welt. Das Leben von Ludwig XIV., Propyläen, Berlin 2022, ISBN: 978-3-10023-3, 59 EURO (D)

Der britische Historiker Philip Mansel hat zahlreiche Biographien sowie Studien zum französischen Königshof veröffentlicht. In dieser sehr umfangreichen Biografie beschäftigt er sich mit der Biografie und Regierungszeit Ludwig XIV.

In der Einleitung stellt Mansel schon gleich seinen Ansatz vor: Ludwig als „Herrscher von weltumspannenden Ambitionen“ darzustellen. Außerdem stellt er die Vorgeschichte der französischen Monarchie seit der Merowingerzeit dar.


Die narzisstische Neigung Ludwigs in seinem Streben nach Unsterblichkeit, die öffentliche Zurschaustellung von Überlegenheit, die Symbolpolitik anhand des Louvre und natürlich die Pracht von Versailles als „gigantischer Königspalast“ (S. 219) und die Förderung der schönen Künste, auch als Selbstzweck, wird auch detailliert beschrieben. Seine Leidenschaften in der wenigen privaten Zeit waren die Jagd, die Kunst und der Gartenbau.

Mansel beschreibt die Beziehungen und Abhängigkeiten seines näheren Umfelds, Harmonie und Konflikte innerhalb der Königsfamilie und der Ablauf des höfischen Lebens sehr genau.

In groben Zügen werden auch Marokko, Kolonialprojekte in Nordamerika, die Beziehungen zum Osmanischen Reich und Rivalitäten, zu Genua oder die diplomatischen Beziehungen zu außereuropäischen Staaten wie China und Siam skizziert. Den mächtigen Frauen um Ludwig und im monarchistischen Machtgefüge sowie Mazarin werden eigene Kapitel gewidmet.

Das weltpolitische Machtgefüge, Konflikte der führenden europäischen Mächte, kolonialistische Konkurrenz im 17. Jahrhunderts nehmen einen Schwerpunkt ein. Die verschiedenen Strategien in der Außenpolitik, die wesentlich auch imperialistische Kriegspolitik war, werden deutlich. Manchmal an verschiedenen Fronten gleichzeitig gab es Kriege in Flandern bis hin zum Rhein, Stellvertreterkriege mit dem Osmanischen Reich, die Besetzung der Niederlande und natürlich mit seinem ärgsten Widersacher Spanien. Er setzte seinen Enkel für eine Weile auf den spanischen Thron.

Er sah in England einen künftigen Konkurrenten, und versuchte seine Interessen durch Unterstützung und Ablehnung potenter Kräfte auf indirektem Wege durchzusetzen. Er benutzte die Stuarts, um Schottland, Irland und England zu zerschlagen und seinen Erzfeind Wilhelm von Oranien kalt zu stellen. Neben sichtbaren Erfolgen werden auch Irrtümer und Versäumnisse, die längerfristig Frankreich belasten sollten, angesprochen.

Auch innenpolitische Ereignisse wie der Merkantilismus Colberts und die blutige Verfolgung der Protestanten (Hugenotten) spielen eine Rolle.

Im Buch gibt es quer durch die Kapitel geografische Karten, zeitgenössische Bilder, Grundrisse, Tabellen und Stammtafeln. Darunter sind zahlreichen farbige Abbildungen.

Im Anhang finden sich über 100 Seiten Anmerkungen, die Bibliografie, ein Abbildungsverzeichnis, Karten und ein Register.

Aufsehenerregende Neuigkeiten oder völlig neue Wertungen über Ludwig und seine Politik finden sich hier nicht. Die umfangreiche Betrachtung seiner Außenpolitik im Lichte der Weltpolitik unterscheidet sich aber von früheren Darstellungen.

Mansel legt hier keine Heldenbiografie vor, sondern analysiert auch die Fehler und Schwachstellen der Regierung Ludwigs vor, die sich nach dem Tod Colbertts im Jahr 1683 häuften. (S. 684) Seine mangelnde Urteilsfähigkeit bei der Auswahl seiner Bündnispartner, die Finanzen und den drohenden Bankrott sowie Fehler der Außenpolitik oder das System der Bevorzugung bestimmter Familien oder die Besetzung nach Abstammung.

Dennoch hätte die massenhafte Ermordung und die religiöse Vertreibung der Hugenotten als das migrationspolitische Ereignis der Frühen Neuzeit und die geistige Ausblutung Frankreichs mehr Aufmerksamkeit verdient.

Das Buch zeichnet sich durch eine längere Rezeption nach Tode Ludwigs in der Welt und in Frankreich und die historische Einordnung durch die Nachkommen bzw. Erinnerungspolitik.

Es ist auch zweifellos die aktuellste und umfangreichste Darstellung, die weit über die Person Ludwigs hinausgeht und ein Spiegelbild der Weltpolitik und der europäischen Politik ist.


Buch 2

Klaus-Dieter Stork/Jonas Wollenhaupt: Links kickt besser. Der Mythos vom unpolitischen Fußball, Westend, Frankfurt/Main 2022, ISBN: 9783864893827 20 EURO (D)

Profiteure internationaler Sportveranstaltungen behaupten stets, man habe Politik und Sport voneinander zu trennen. Angesichts der Fußball-WM in Katar räumen Klaus-Dieter Stork und Jonas Wollenhaupt mit dem Mythos vom „unpolitischen“ Fußball auf.

Der „Kampf zwischen Militarisierung des runden Lebens und seiner fortschrittlichen Kraft“ (S. 52) in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts in Deutschland wird anhand der Person Walther Bensemann beschrieben. Er setzte sich für einen weltoffenen Fußball ein und traf auf viele Widerstände. Er gründete den kicker und musste wegen seiner jüdischen Herkunft in die Schweiz im März 1933 fliehen.

Fußball auf der Straße mit je eigenen Regeln wurde vor allem bei proletarischen Jugendlichen populär. Heute nahezu unbekannte Formen wie körperloses Spiel und räumlich der Umgebung angepasste Spielfelder werden hier präsentiert.

Radikale Linke in der Schweiz gründeten Ende der 1970er Jahre eine eigene Fußball-Liga, den Fortschrittlichen Schweizer Fussball-Verband. Es gab ein neues Regelwerk, keine Schiedsrichter, gemischte Teams, keine Tabellen und die Abschaffung von Fußballschuhen. Alle gemeldeten Mitglieder bekamen prompt eine Akte beim Staatsschutz.

Oder es wird an die Anfänge des Frauenfußballs im Vereinigten Königreich erinnert. Den größten Aufschwung erlebte der Frauenfußball während des Ersten Weltkrieges. Wie andere Bereiche des Sport- und Kulturbetriebs war auch der Fußball von den massenhaften Rekrutierungen zum Kriegsdienst stark beeinträchtigt, im Männerfußball war es vielen Verbänden nicht möglich den regelmäßigen Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. Dies verlieh dem Frauenfußball eine große Aufmerksamkeit.

Natürlich spielt auch die Kommerzialisierung eine Rolle: RB Leipzig, die 50+1 Regel und die Aufkäufe von Clubs in England, wie Newcastle United durch saudische Investor*innen.

Zum Abschluss werden Wege für einen neuen Fußball vorschlagen, der gerechter und emanzipatorischer sein könnte.

Dies ist eine Art alternative Fußballgeschichte jenseits von Establishment, Machtstrukturen und Verbänden. Die zahllosen Beispiele beweisen die These, dass der Fußball niemals unpolitisch war. Die Instrumentalisierung des Fußballs während der NS-Zeit und Sport zur Durchsetzung der nationalsozialistischen Weltanschauung liefert sogar noch viel mehr Beispiele, als hier erwähnt werden. Ob die Wege für einen neuen Fußball durchsetzungsfähig sind, darf allerdings stark bezweifelt werden.


Buch 3

Sophia Bogner/Paul Hertzberg: Jenseits von Europa. Was afrikanische Unternehmerinnen und Unternehmer besser machen, Econ, Berlin 2022, ISBN: 978-3-430-21056-0, 24,95 EURO (D)

Afrika bleibt für viele hier nur ein Klischee, ein Ort am Rande ihrer Wahrnehmung. Nachrichten über Afrika sind meist mit Hunger, Not, Krieg oder Katastrophen verbunden.

Sophia Bogner und Paul Hertzberg berichten in diesem Buch von acht Frauen und sechs Männern, alles erfolgreiche Unternehmer*innen. Eine Sammlung von Porträts. Sie gewähren Einblicke in ihr Business, erzählen von ihren Erfolgen und Misserfolgen und ihren Visionen. „Unternehmerinnen und Unternehmer tragen eine Verantwortung, die über das Business hinausgeht. (…) Sie sind alle auf ihre Weise patriotisch. Sie verfolgen eine Mission, die über ihr Produkt hinausreicht. Sie wollen beweisen, dass ihr Kontinent sich verändert, dass sie keine Underdogs sind, dass sie es besser können.“ (S. 14f) Besser als die eigenen oft korrupten Politiker und Firmen aus dem Westen oder China.

Zu Beginn des Buches gibt eine Karte Afrikas mit den vorgestellten Ländern.

Wir lernen Julian Omalla kennen, der in Uganda in großem Stil Mangos anbaut und gleichzeitig durch den Bau von Straßen für Transportwege sorgt ohne staatliche Hilfe. Oder Eugene Mbugua, ein bekannter Fernsehproduzent aus Kenia, der bei den Filmfestspielen in Cannes zugegen war. Er hat das Format des Reality-TV in Ostafrika eingeführt und damit großen Erfolg gehabt.

Beeindruckend sind auch Jean-Marc Ale und Livane Bodain, die mit nachhaltiger Energie ihr Geld verdienen. Ihre Firma Poro Power soll die größte Photovoltaik-Anlage in Westafrika werden.

Am Ende eines jeden Porträts gibt es immer eine geografische Karte des Landes.

Hier wird ein anderes Bild von Afrika gezeichnet, ein viel positiveres als in den Massenmedien. Es sind positive Beispiele, die Klischees und Erwartungen hinterfragen lassen, auch das immer noch vorhandene Überlegenheitsgefühl von Europa.

Trotz der Tatsache, dass Afrikas Mittelschicht weiter wächst, kann dies nicht die eklatanten sozialen Ungleichheiten wegdiskutieren. Auch nicht die wirtschaftliche Ausbeutung durch große ausländische Konzerne, die den rohstoffreichen Kontinent ausplündern. Einige wenige Geschichten des Aufstieges sollten auch Vorbild sein, sondern nachhaltige Strukturen, die alle Menschen mit einschließen.


Buch 4

Markus Gabriel: Der Mensch als Tier: Warum wir trotzdem nicht in die Natur passen, Ullstein, Berlin 2022, ISBN: ISBN: 978-3-550-20117-2, 22,99 EURO (D)

Markus Gabriel lehrt seit 2009 Erkenntnistheorie und Philosophie der Neuzeit an der Universität Bonn und ist Autor vieler Bücher über zeitgenössische Fragen.
Ist der Mensch »nur« ein Tier? Sind wir die Krone der Schöpfung? Wo stehen wir in der Natur? Markus Gabriel setzt sich mit diesen Fragen auseinander und verbindet dabei neueste naturwissenschaftliche Erkenntnisse mit zeitgemäßer Philosophie.

Der Mensch ist vom Standpunkt der dritten Person, wie man dies in der Philosophie bezeichnet, zugänglich, er ist ein Gegenstand natur- und sozialwissenschaftlicher Forschung, ein Forschungsobjekt unter anderem.“ (S. 19)

Gabriel will eine „Neuorientierung unseres Menschen- und Naturbildes“ (S. 11) vorstellen. „Der Grundgedanke, der sich durch das Buch zieht, ist die Ideen dass wir über die Selbsterforschung unseres Tierseins lernen können, dass Natur in uns und außer uns etwas zutiefst Fremdes anzuerkennen, das wir nicht beherrschen können und auch nicht beherrschen sollen. Wir können die Natur niemals vollständig entziffern oder unsere Kontrolle bringen.“ (S. 20) Es gibt fundamentale Kritik an zivilisatorischen Fortschritt und wissenschaftlichen Überzeugungen, die mit einer scheinbaren Überlegenheit der Menschen in der Natur einhergingen: „Wir versuchen immer nur, durch Technik und Naturwissenschaft, alles zu beherrschen. Das ist aber das Problem, nicht die Lösung.“

Anthropologische Fragen nach dem Wesen des Menschen schwingen dabei immer mit.

Zum Ende versucht Gabriel die Frage nach dem Sinn des Lebens zu beantworten. Dies, worüber sich Denker aller Epochen ausgelassen haben und Lagerhallen einer Fläche von New York füllen ließen, ist natürlich oberflächlich und kann keinerlei Impulse geben.

Sonst sind seine Ansichten über Fortschrittsfeindlichkeit zu düster und eindimensional. Auch die Stellung des Menschen in der Lebenswelt scheint wenig realistisch zu sein.

Einige seiner Grundannahmen sind brauchbar und lohnen sich, weiterverfolgt zu werden. Wie die Grenzen der Beherrschung der Natur und die Tatsache, ein Teil der Natur zu sein. Hier liegen Anknüpfungspunkte zum Speziesismus, der Menschen einen höheren Status als nicht-menschlichen Tieren zuschreibt. Im Gegensatz zu Menschen werden nicht-menschliche Tiere werden lediglich als Forschungsobjekte, Nahrung, Bekleidungsmaterialien oder Spielzeug erachtet. Speziesismus basiert auf der fehlgeleiteten Annahme, eine bestimmte Spezies sei wichtiger als eine andere. Andere Tiere seien jedoch keine Gegenstände, die wir nach Gutdünken nutzen können. Es sind Individuen mit eigenen Bedürfnissen und Interessen – genau wie Menschen.

Die notwendigen Paradigmenwechsel im Verhältnis des Menschen zur Natur wird dennoch besser in dem Buch: Ute Scheub/Christian Küttner: Abschied vom Größenwahn. Wie wir zu einem menschlichen Maß finden, oekom, München 2020, ISBN: 978-3-962-382056, 22 EURO (D) dargelegt.

Ute Scheub und Christian Küttner fordern in diesem Buch die Rückkehr zu menschlichem Maß und die Abkehr vom aktuellen Gigantismus und Wachstumsgedanken. In Anlehnung an den Weltbestsellers Small ist Beautiful des britischen Ökonomen Ernst Friedrich Schumacher aus dem Jahre 1973.1, der schon damals für Nachhaltigkeit, Ökologie und Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft eingetreten ist. Hier werden Anregungen und Muster für den ökologischen und sozialen Umbau aller Lebensbereiche gegeben und eine Abkehr von den Werten des Anthropozäns formuliert.


Buch 5

Wolfgang Schmidbauer: Die großen Fragen des Alterns. Seelisch im Gleichgewicht bleiben. Dem Leben spielerisch begegnen. Das Glück im Tun finden, Ecowing, Wals bei Salzburg 2022, ISBN: 978-3-7110-0310-2, 24 EURO (D)

Wie gehen wir damit um, dass wir älter werden? Was können wir schon weit vor der Rente tun, um uns darauf vorzubereiten? Der renommierte Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer hat sich den großen Fragen des Alterns angenommen. Er packt die Probleme am Schopf und zeigt auf, wie wir unseren Ängsten begegnen und die Lebensqualität im Alter bewahren können.

Das Buch entstand, als er 20 Jahre nach dem Erscheinen seines Buches „Altern ohne Angst“ von ZEIT-Redakteuren darüber interviewt wurde, wie sich seine Gedanken an ihm bewährt hätten. Das Interview ist am Ende des Buches abgedruckt.

Zunächst geht er auf die Rahmenbedingungen des Alterns im 21. Jahrhundert ein: eine hohe Lebenszufriedenheit zwischen den 65-75jährigen und über 80jährigem die noch gesund und aktiv sind.

Danach geht es darum, wie man dem Altern begegnet: Die Vertreibung der Bilder des Todes aus unserem Bewusstsein oder ein Text von Freund werden exemplarisch herangezogen. Anschließend werden die Akzeptanz des Unausweichlichen, der Umgang mit Kränkungen, der Umstand, dass in der Rente das Gefühl wegfällt, wichtig zu sein und Anerkennung zu erfahren, der Umgang mit dem physischen Alterungsprozess, die Entdeckung der Langsamkeit, Zuversicht, das rechte Maß der Vorsorge und Aufmerksamkeit angesprochen. Das Eintauchen in Phantasiewelten, der Umgang mit Schuld, Weisheit des Körpers, das Bewahren von Freiheit, Sicherheit und Erotik folgen danach.

Psychotherapie im fortgeschrittenen Alter wird dann thematisiert: „Die Arbeit an Spaltung und Illusionen steht im Zentrum der Psychotherapie Alternder. Heftige Ängste und Depressionen ergeben sich daraus, dass Menschen lange Zeit alle Alterserscheinungen abspalten oder verlangsamen.“ (S. 238)

Segnungen des Alters wie Reife, Lebensstile im Alter, Vereinsamung, die Frage nach einem guten Heim oder alternative Lösungen wie Genossenschaften oder Alten-WG’s schließen sich an.

Nach einem persönlich gehaltenen Epilog gibt es noch die Anmerkungen, das oben angesprochene Interview und Schmidbauers Vita.

Das Buch ist mehr eine psychologisch-geistesgeschichtliche Betrachtungsweise über das gute Altern. Viele Bereiche und mögliche Problemfelder werden angeschnitten und mit Empfehlungen und Hinzunahme von Literatur wie Freud oder Tolkien gegeben. Praktische Tipps zu Ernährung, Förderung der geistigen Fähigkeit oder sozialen Komponenten gibt es zwar, aber nicht in dem Umfang, wie es wünschenswert gewesen wäre.

 

Buch 6

Joel Tillinghast: Alles, was sie über Stock-Picking wissen müssen. Die Bausteine des Anlageerfolgs, Börsenbuch, Kulmbach 2022, ISBN: 978-3-864-70850-3, 24,90 EURO (D)

Als Stock Picking wird das gezielte Investieren in einzelne, börsennotierte Unternehmen bezeichnet. Durch Auswahl von Aktien nach bestimmten Kriterien wird versucht, eine überdurchschnittliche Rendite zu erzielen.

Joel Tillinghast ist einer der erfolgreichsten Stock-Picker überhaupt. In diesem Buch teilt er sein Erfahrungen, sein Mindset, seine Methoden und seine Strategien mit. Neben den Facetten des Anlagerisikos gibt es eine Überprüfung der Value-Investing-Prinzipien für Anleger in einzelne Aktien mit kurzen Diskussionen über Investitionen in Indexfonds. Weiterhin untersucht er in dieses Buch, welche Kriterien dafür sprechen, dass ein Unternehmen nicht nachhaltig ist. Darüber hinaus bietet das Buch Einblicke in Verhaltensfaktoren, die Aktienanalysten und die Unternehmensführung beeinflussen. Dies ist unter anderem die genaue Prüfung der Kapitalflussrechnung und darin enthaltene Auflistung der wichtigsten Risikofaktoren eines Unternehmens.
Um einige der vorgebrachten Punkte zu Anlagefehlern und vermiedenen Verlusten zu veranschaulichen, beschrieb der Autor verschiedene Unternehmen und die damit verbundenen Misserfolge. Diese dienen als Beispiele dafür, wie ein Unternehmen nach außen erfolgreich aussehen kann, aber der Eindruck bei intensiverer Recherche täuschen kann. Nicht nur von Bilanzen oder Zahlen sollte geurteilt werden, sondern sich auch des eigenen Verstandes und Börsenwissen bedienen.

Das Buch ist nicht so trocken geschrieben wie viele andere. Teils humorvoll und mit anschaulichen Beispielen versehen, aber auch mit Warnungen vor Fallstricken und negativen Überraschungen.

Dennoch ist das Buch nicht einfach zu lesen. Ein Glossar am Ende für Fachausdrücke und ein Register hätte das Lesen wesentlich erleichtert.

Tillinghast ist einer des besten seines Faches: Er verwaltet einen Fonds mit kleinem Wert, den Fidelity Low-Priced Stock Fund (FLPSX). für Fidelity Investments. Mit seiner Value-Investing-Philosophie hat er seit 1989, dem Gründungsjahr des Fonds, jedes Jahr die Russell 2000-Benchmark übertroffen.

Von daher ist es immer gut, die Erfahrungen von Experten zu hören.

1 Schumacher, E.F.: Die Rückkehr zum menschlichen Maß. Alternativen für Wirtschaft und Technik (Small is Beautiful), Reinbek 1977; veränd. Neu-Auflage Heidelberg 2001







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