Statt eine Nazi-Hans Gollwitzer Straße braucht Mühldorf am Inn eine Hans Weber Straße

26.01.21
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In Mühldorf am Inn in Südostoberbayern ist immer noch eine Straße nach dem ehemaligen Nazi Hans Gollwitzer benannt.

Wer war dieser Hans Gollwitzer?

Auf Wikipedia ist zu lesen: „Hans Gollwitzer (* 13. Januar 1896 in Erding; † 24. März 1979 in Mühldorf am Inn) war ein deutscher evangelischer Pfarrer und Kommunalpolitiker. Im bayerischen Kirchenkampf war er einer der Hauptakteure der Deutschen Christen. Von 1937 bis 1945 und erneut von 1952 bis 1966 war er Bürgermeister von Mühldorf am Inn.“ Im Jahr 1929 war Gollwitzer der maßgebliche Gründer und Chefideologe der NSDAP in Mühldorf. Er war der theoretische Chefberater des NSDAP Kreisleiters Fritz Schwägerl. Nach seiner Zeit als Nachkriegsbürgermeisters 1966 säuberte er das Mühldorfer Kreisheimatarchiv von vielen belastenden Dokumenten. Im Jahr 2017 lehnte der Mühldorfer Stadtrat mehrheitlich eine Umbenennung der Gollwitzer Straße ab. Dabei darf es nicht bleiben. Vorschlag statt einer Gollwitzer Straße sollte es in Mühldorf eine Hans Weber Straße geben. Hans Weber war der bekannteste in Mühldorf am Inn geborenen Politiker. Dies obwohl ich nicht mit vielem was Hans Weber als ultralinker KPD Führer tat einverstanden bin. Aber Hans Weber war ein bekannter Arbeiterführer. Weber war lange Jahre im ZK der KPD in der Weimarer Republik aktiv. Als Führer der „ Weddinger Opposition“ war er „ Reichsweit“ bekannt.

Wer war Hans Weber ?

Auf Wikipedia ist zu lesen: “ Hans Weber (* 23. Januar 1895 in Mühldorf am Inn; † 15. Januar 1986) war ein deutscher Politiker der KPD.“ Zu seinem weiteren Werdegang ist zu lesen: „ Aufstieg in der KPD. Weber begann seine KPD-Karriere 1919 als Unterbezirksleiter in der Pfalz und wurde 1920 in den Zentralausschuß der KPD gewählt. Anfang 1923 wurde er zum hauptamtlichen Sekretär des KPD-Bezirks Pfalz berufen, der eine linksoppositionelle Tendenz vertrat, welche 1924 zur Mehrheitsströmung wurde. Als jedoch 1925 das Zentralkomitee um eine „Linke“ Richtung um Ruth Fischer und Ernst Thälmann sowie eine „Ultralinke“ Richtung um Werner Scholem, Arthur Rosenberg und Iwan Katz zerfiel, schloss sich Weber den „Ultralinken“ an. Er war auf dem 10. Parteitag der KPD 1925 in Berlin einer der Sprecher dieser Ultralinken. Aus Konzession wurde er gemeinsam mit Arthur Rosenberg und Werner Scholem in das neue Zentralkomitee gewählt, obwohl die Ultralinke auf dem Berliner Parteitag nur eine Minderheit der Delegierten vertrat. Ausstieg aus der Partei Trotz seiner Mitgliedschaft im Zentralkomitee war Weber in der linken Opposition aktiv und einer der Mitunterzeichner des »Briefes der 700«, der gegen die Richtung um Ernst Thälmann protestierte. Beim Auseinanderfallen dieser ultralinken Opposition trat er mit dem Bezirk Pfalz der Weddinger Opposition bei. Hans Weber lebte im Berliner Bezirk Wedding und war der eigentliche Führer dieser linken Oppositionsgruppe, die wegen ihrer Verbindung zur Pfalz auch Weddinger-Pfälzer Opposition genannt wurde. Auf dem Parteitag 1927 wurde er nicht mehr ins Zentralkomitee gewählt, war aber zunächst noch Angestellter des ZK. Am 14. März 1928 wurde er aus der KPD ausgeschlossen, weil er an einer Reichskonferenz der Opposition teilgenommen hatte. Weiterer Werdegang Nachdem er einige Zeit in der Gruppe „Linke Bolschewiki-Leninisten“ in der Pfalz aktiv war, zog Weber sich Ende 1929 von der aktiven Politik zurück und arbeitete als Anzeigenwerber für die Internationale Arbeiterhilfe. Sein Antrag auf Wiederaufnahme in die KPD wurde im Oktober 1930 abgelehnt. Nach 1933 stand Hans Weber unter Polizeiaufsicht, Weiterer Werdegang Nachdem er einige Zeit in der Gruppe „Linke Bolschewiki-Leninisten“ in der Pfalz aktiv war, zog Weber sich Ende 1929 von der aktiven Politik zurück und arbeitete als Anzeigenwerber für die Internationale Arbeiterhilfe. Sein Antrag auf Wiederaufnahme in die KPD wurde im Oktober 1930 abgelehnt. Nach 1933 stand Hans Weber unter Polizeiaufsicht, arbeitete schließlich als Anzeigenwerber für die Zeitschrift »Der Deutsche«, ein ehemaliges Gewerkschaftsblatt, das die Deutsche Arbeitsfront übernommen hatte. 1943 wurde Weber als Angestellter zur BASF dienstverpflichtet und blieb nach Kriegsende bis zu seiner Pensionierung im Konzern. Er trat 1946 der SPD bei, verließ die Partei jedoch später wieder. Hans Weber starb am 15. Januar 1986. Sein Bruder Joseph Weber gehörte ebenfalls der KPD an und war ab 1924 Landtagsabgeordneter in Bayern. Korrektur Nicht alles was auf Wikipedia steht ist exakt recherchiert. Weber trat in den fünfziger Jahren aus der SPD aus weil sie ihm zu ‘“rechts“ war. Der Brief der 700 unterzeichnet u.a. von den Brüdern Weber solidarisierte sich im Herbst 1926 mit der Linken Opposition in der Sowjetunion unter Führung von Trotzki und Sinowjew gegen die Stalin Fraktion. Marcel Bois schrieb 2008 über die Weddinger Opposition im Aufbau Verlag : “ Auffällig ist, dass die Weddinger innerhalb der ultralinken Opposition eine gewisse Sonderrolle einnahmen. Während jene sich hauptsächlich aus Intellektuellen in Führungspositionen der KPD – wie Werner Scholem, Iwan Katz oder Karl Korsch – rekrutierte, verfügten die Weddinger über eine starke Verankerung in der Arbeiterschaft. Deutlich wurde dies etwa im Ludwigshafener BASF-Streik 1924, als ihre pfälzischen Aktivisten einen lokalen Konkurrenzverband zu den Freien Gewerkschaften aufbauten, der über 10000 Mitglieder zählte.15 Hinzu kamen bei der Herausbildung ihrer Hochburgen lokale Besonderheiten. Folgt man etwa LaPorte, so war der Einfluss der Weddinger in Westsachsen dadurch bedingt, dass es im Bezirk traditionell eine sehr starke SPD gab, die aber jegliche Zusammenarbeit mit den Kommunisten ablehnte. Den »ultralinken«, SPD-feindlichen Weddingern spielte diese Tatsache natürlich in die Hände.16 Gegner der Stalinisierung Wie eingangs beschrieben, verstanden sich die Mitglieder der Weddinger Opposition als Gegner der innerparteilichen Stalinisierung. In den Diskussionen um die Entdemokratisierung der KPD verwiesen sie immer wieder auf die Entwicklungen in der Sowjetunion und verfolgten intensiv die Fraktionsauseinandersetzungen in der dortigen KP. Diese hatten im Frühjahr 1926 mit dem Zusammenschluss von Grigori Sinowjew, Leo Kamenew, Leo Trotzki und vielen anderen »alten Bolschewiki« zur »Vereinigten Opposition« gegen die Stalin-Führung einen Höhepunkt erreicht. Die Vereinigte Opposition kritisierte den Bürokratismus in Staat und Partei, forderte eine Stärkung der Arbeiterdemokratie und eine die soziale Lage der Bevölkerung verbessernde Industrialisierung. Zudem stellte sie sich gegen Stalins These, es sei möglich, den Sozialismus in einem einzigen – zudem wirtschaftlich rückständigen – Land aufzubauen.17 Die Weddinger Opposition solidarisierte sich mit der Opposition in der Sowjetunion und forderte ihre eigene Parteiführung auf, die Diskussion zur »russischen Frage« zuzulassen.18 Sie verlangte die »Herstellung der vollen Parteidemokratie durch die Wahrung der Diskussionsfreiheit in Wort und Schrift sowie die Wiederaufnahme aller ausgeschlossenen Genossen.«19 Im September 1926 ging sie gemeinsam mit anderen linken Fraktionen mit einer breit angelegten »Erklärung zur russischen Frage« an die Parteiöffentlichkeit.20 Sie konstatierten: »Das Zentralkomitee der KPD hat bis jetzt geglaubt, die Lage in der KPD und in der Komintern mit organisatorischen Mitteln meistern zu können. Aber die Gegensätze sind so zugespitzt wie noch nie. Der Opposition steht die Parteipresse überhaupt nicht mehr zur Verfügung.« Unter der Losung »Zurück zu Lenin, zum wirklich echten, unverfälschten Leninismus« forderten sie eine offene Diskussion innerhalb der Partei.21 Die Deklaration wurde von knapp 700 Parteifunktionären unterzeichnet und machte deutlich, dass die Opposition zu diesem Zeitpunkt einen nicht unerheblichen Teil der Parteibasis repräsentierte. Unter den Unterstützern befanden sich nicht nur mehrere Reichs- und Landtagsabgeordnete, sondern mit Hans Weber und Hugo Urbahns sogar zwei Mitglieder des Zentralkomitees der Partei. Quelle https://www.kommunismusgeschichte.de/jhk/jhk-2008/article/detail/vergessene-kommunisten-die-weddinger-opposition-der-kpd?type=0%27%22 Wem das alles zu viel ist kann sich als Straßennamen auch auf den ebenfalls in Mühldof am Inn geborenen Joseph Weber beziehen. Hier schreibt Wikipedia schlüssig : „Joseph Weber (* 19. Februar 1894 in Mühldorf am Inn; † 27. März 1932 in Speyer) war ein deutscher Politiker (KPD/SPD). Er war Abgeordneter des Bayerischen Landtages (1924–1932). Der gelernte Schlosser Weber arbeitete als Kesselschmied und Schiffbauer in Speyer und Ludwigshafen am Rhein. Er trat 1921 der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) bei. 1922 wurde er Mitglied der KPD-Bezirksleitung Pfalz und 1924 Sekretär des Unterbezirks Pfalz des Bezirkes Rhein-Saar. Im Juni 1924 wurde er für die KPD in den Bayerischen Landtag gewählt. Dort war er Mitglied im Ausschuss für Verfassungsfragen und im Ausschuss für die Besoldungsordnung. Wie sein Bruder Hans stand er seit 1925 auf der Seite der ultralinken Opposition innerhalb der KPD. Im Januar 1926 wurde er aus der KPD ausgeschlossen, „weil er sich nicht um die Beschlüsse des Unterbezirks Neustadt gekümmert“ habe. Im Landtag war er ab 1925 zunächst fraktionslos. 1928 trat Weber zur SPD-Fraktion über, für die er im gleichen Jahr wieder in den Bayerischen Landtag gewählt wurde. Weber starb noch während der laufenden Legislaturperiode am 27. März 1932. Also weg mit der Nazi Gollwitzer Straße es gibt genug Alternativen.  

 







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